Im Rahmen einer Kooperation mit der Kunstlehrerin Tanja Reitz und den Schülerinnen der Helios-Primarstufe entwickeln Studierende aus dem Lernbereich Ästhetische Erziehung Räume für ästhetisch-künstlerische Forschungsprozesse (vgl. Kämpf-Jansen 2013). Im Sommersemester 2025 und 2026 steht das Thema Artenvielfalt und Artensterben im Fokus. Ausgangspunkte für die Studierenden sind künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsansätze, wie sie im Kontext der Human-Animal Studies sowie postanthropozäner Kulturtheorien diskutiert werden, ebenso wie die Arbeiten von Künstlerinnen, Performer*innen und Filmschaffenden, die Mensch-Insekt-Relationalitäten erforschen.
Wie können Mensch-Insekten-Verhältnisse als wechselseitige, von Abhängigkeiten und Verflechtungen geprägte Beziehungen verstanden werden? Wie lässt sich ein empathischer und verantwortungsvoller Umgang mit Alterität entwickeln? Wie können mit künstlerischen Mitteln Geschichten des Zusammenlebens erzählt werden? Die Studierenden erproben im Seminar eigene Ansätze künstlerischer Forschung.
Auf dieser Grundlage entwickeln Studierende didaktische Ideen zur Inszenierung ästhetisch-forschender Erfahrungsräume, die die Kinder zu ästhetischer Praxis und Rezeption einladen. Studierende erleben und reflektieren, wie in ästhetischen Forschungsprozessen Beziehungen, Räume, Materialien und angebotene Handlungsimpulse in Bewegung geraten, wenn sie in Berührung mit Fragen, Fantasien und dem Wissen der Kinder gehen. Abschließend reflektieren Studierende mit Hilfe prozessbegleitender, literar-ästhetischer Schreibmethoden, wie bspw. den Erinnerungsbildern nach Birgit Engel (2011) oder der Vignettenforschung nach Evi Agostini (2017), eigene Wahrnehmungs- und Deutungsmuster, sowie ihre Verwicklung ins Unterrichtsgeschehen.
Idee und Initiative: Jane Eschment und Tanja Reitz
Umsetzung der Lehrveranstaltungen: Jane Eschment, Katja Lell

