Gemeinsam für eine gerechte Zukunft – Einblicke in das Projektlernen im Jahrgang 9

Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich im Projekt im Jahrgang 9 / Schwerpunkt Praktische Philosophie mit dem Thema “Gemeinsam für eine gerechte Zukunft”. Die philosophische Ausgangsfrage: Ist es gerecht, wenn alle gleich behandelt werden? Schnell wird klar, dass Gerechtigkeit weit über bloße Gleichbehandlung hinausgeht. Nach dem Vorbild von Aristoteles unterscheiden wir dabei zwischen der austeilenden Gerechtigkeit, die Güter nach Verdienst oder Bedürfnis verteilt (wie bei Noten oder Sozialleistungen), und der ausgleichenden Gerechtigkeit, die auf einen fairen, gleichwertigen Austausch zwischen Einzelnen achtet, etwa bei Kaufverträgen oder Schadensersatz.

Ein weiterer Schwerpunkt im Projekt ist die Frage der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland: Wie gerecht sind die Chancen wirklich – und haben alle Menschen unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Lebensumständen die gleichen Möglichkeiten? Global gedacht rückte als nächstes die Frage der Umweltgerechtigkeit in den Fokus: Wer darf wie viele Ressourcen nutzen – und wer trägt die Folgen der Schäden an unserer gemeinsamen Umwelt?

Solche Fragen der politischen Gerechtigkeit können die Schüler:innen selbst erfahren auf der “Remote Island”, einem Workshop, der vom NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln angeboten wird. Auf der Remote Island geht es darum, mithilfe spannender Challenges und Fragen zu entscheiden, wie die Schüler:innen ihr Zusammenleben auf der abgelegenen Insel organisieren wollen.

Bevor im zweiten Teil des Projekts die Forschungsphase startet, lernen die Schüler:innen die Ideen von Utopien und Dystopien kennen, unter anderem anhand von Textauszügen aus Thomas Morus’ Utopia und Aldous Huxleys Schöne neue Welt.

In der Forschungsphase selbst informieren sich die Schüler:innen zunächst in kleinen Teams über verschiedene Zukunftsszenarien: zwischen Utopie und Dystopie geht es um die „giant leap” und “too little, too late”. Das “giant leap”-Szenario beschreibt eine Zukunft, in der mutige Entscheidungen getroffen werden, um große Probleme wie zum Beispiel den Klimawandel und/ oder die soziale Ungleichheit zu lösen. Im “too little, too late”-Szenario wird dagegen eine Zukunft dargestellt, in der zwar gehandelt wurde, aber zu zögerlich und zu spät, sodass sich gesellschaftliche Probleme weiter verschärfen.

Mit diesem theoretischen Unterbau entwickeln die Gruppen Alltagssituationen einer Person im Jahr 2100 und gestalteten diese Alltagssituationen in den vier Zukunftsbildern aus: 1. Utopie, 2. giant leap, 3. too little, too late und 4. Dystopie.

Zum Abschluss der Projektsarbeit erfolgt die Visualisierung der jeweils vier Szenarien mit Hilfe der App Delightex Edu. Diese App verfolgt das Ziel, Jugendlichen virtuelle Umgebungen näherzubringen und den Einstieg ins Programmieren zu erleichtern.

Beispiel – Ergebnisse aus Team 3

Die Texte

 

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