Nächster Meilenstein für die IUS: Pilot für das Praxissemester startet mit 36 Studierenden

Die Inklusive Uni­versi­täts­schule Köln soll neue Akzente in der Ausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer setzen. Im Fokus steht dabei das Praxissemester, das die Studierenden aller Lehrämter im Masterstudium absolvieren. Ab dem kommenden Wintersemester starten nun 36 Studierende in das Praxissemester an der IUS.

Mittwochmittag, 3. Juli – 2 Tage vor dem letzten Schultag. In der Turnhalle der Helios Primar­stufe in der Mommsenstraße versammeln sich Menschen aus allen Lernorten des Praxissemesters – aus der Universität, den Zentren für schulpraktische Lehrer:innenausbildung der Region Köln (ZfsL) und aus beiden beteiligten Helios Schulen der IUS. Der Anlass ist die Begrüßung von 36 Studierenden, die nach der Sommerpause ins Praxissemester an der IUS starten werden. 

Nach etwa zweijähriger Vorbereitung wird nun eine zentrale Zielsetzung der Kooperation zwischen Universität, Bezirksregierung und Stadt Köln umgesetzt: die Ausbildung einer gegenüber anderen Schulen deutlich erhöhten Zahl von Studierenden im Praxissemester. Hierzu wurden unter großem Engagement einer Vielzahl von Menschen der beteiligten Institutionen neue Kommunikationsstrukturen zwischen den verschiedenen Lernorten und vor allem neue Konzepte für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vorbereitung und Begleitung der Studierenden an den Helios Schulen entwickelt. 

Die Begrüßungsfeier für die Praxissemesterstudierenden wurde von den beiden Schulleiter:innen, Marion Hensel und Andreas Niessen sowie von der Schülersprecherin der Helios Gesamtschule, Anjulie K. eröffnet. Anjulie blickte in ihrer Begrüßung aus Schüler:innen-Perspektive auf das Projekt IUS. Sie hob die zentrale Bedeutung guter und verlässlicher Beziehungen zwischen den Erwachsenen und den Lernenden für das Gelingen schulischer Bildung hervor. Diese Idee der „Beziehungsschule“ wurde im weiteren Verlauf der Veranstaltung immer wieder hervorgehoben.

Prof. Matthias Martens, wissenschaftlicher Leiter der IUS, hob in seiner Begrüßung den innovativen Charakter der IUS insbesondere im Hinblick auf die Lehrer:innenbildung hervor. „Die IUS ist deutschlandweit die erste Uni­versi­täts­schule, die mit dem Praxissemester sowie weiteren Formen des universitären Lernens an der Schule die Ausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer konsequent in den Fokus nimmt. Hierfür werden neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den professionellen Lernorten Universität, ZfsL und Schule geschaffen. Die Studierenden im Praxissemester erhalten die Chance, inklusive Schule als modernen und innovativen Lernort und Arbeitsplatz kennenzulernen und Erfahrungen insbesondere mit der Arbeit in multiprofessionellen Teams zu sammeln.“

Die Idee der interprofessionellen Teamarbeit stellte auch Melissa Knieps als Mitglied im Vorstand der Perspektive Köln e.V. in den Mittelpunkt ihres Grußwortes. Ein zentrales Element im Konzept der IUS ist die Einbindung der Perspektive Bildung als freier Träger der Jugendhilfe und als Beschäftigungsträger der Mitarbeitenden im Ganztag und der Inklusionsbegleiter:innen an beiden Schulen. Die enge Kooperation der Menschen mit unterschiedlichen pädagogischen Professionen wurde als eine wesentliche Gelingensbedingung bei der Förderung junger Menschen und bei der Begleitung ihrer Persönlichkeitsentwicklung hervorgehoben. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe wurde als Wunsch an die Lehrer:innen von Morgen gerichtet.

Vertreter:innen der drei Institutionen, die im Rahmen der IUS zusammenarbeiten und deren Entwicklung begleiten, formulierten in einem Podiumsgespräch die bisherige Arbeit der IUS gewürdigt und Erwartungen für die weitere Entwicklung. Prof. Beatrix Busse, Prorektorin für Lehre und Studium, stellte eine neue In-Wert-Setzung der Lehrer:innenbildung in den Fokus und betonte die Notwendigkeit von Innovationen, um die Aufgaben der Schule von Heute und Morgen qualitätvoll und wissenschaftsbasiert zu bewältigen. Bettina Albrot, Leiterin der Abteilung Regionale Bildungslandschaft Köln vom Amt für Schulentwicklung der Stadt Köln, sieht in der IUS einen besonderen professionellen Erfahrungsraum und erwartet wichtige Impulse eine innovative Berufstätigkeit an den inklusiven Kölner Schulen. Für Boris Preuss, Leiter der Abteilung Schule in der Bezirksregierung Köln, sind innovative, begleitete Praxiserfahrungen eine historische Errungenschaft in der Lehrer:innenbildung, die für die Qualitätssicherung von hoher Bedeutung sind. Alle drei machten deutlich, dass die IUS mittlerweile eine wichtige Funktion für die Erprobung neuer Wege in der Lehrer:innenbildung hat, die künftig in der Ausbildungsregion Köln und darüber hinaus gerade in Zeiten extremen Lehrkräftemangels wichtige Akzente für die Ausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer setzen wird.

Die IUS versteht sich als Ort des Austauschs über die Lehrer:innenbildung in der Ausbildungsregion Köln. Wir freuen uns, dass 36 Studierende ihren Weg in den Lehrer:innenberuf mit einer Praxiserfahrung an der IUS beginnen und wünschen allen Beteiligten inspirierende Einblicke und gute gemeinsame Erfahrungen.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über Start des Pilotprojekts in seiner Ausgabe vom 27. Juli 2024 (link).